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Do 28.09.17
Bruckner+ Halffter und Brahms

Sinfonieorchester Basel
Vadim Gluzman
, Violine
Sandrine Piau, Sopran
Catherine Wyn-Rogers, Alt
Toby Spence, Tenor
Thomas Oliemans, Bass
Balthasar-Neumann-Chor
Ivor Bolton
, Leitung


Cristóbal Halffter: Alucinaciones. Collage para trio basso y orquesta (Kompositionsauftrag finanziert von der Ernst von Siemens Musikstiftung, Uraufführung)
Johannes Brahms: Konzert für Violine und Orchester D-Dur, op. 77
Anton Bruckner: Messe Nr. 3 f-Moll, WAB 28


18.30 Uhr Konzerteinführung in der Allgemeinen Lesegesellschaft

Konzert mit Überlänge


Der Bruckner-Zyklus geht in die zweite Runde! Eröffnet wird
er nicht nur mit ausgezeichneten Solistinnen und Solisten sowie mit einem der weltweit gefragtesten Chöre. Auch die Uraufführung von Cristóbal Halffters Alucinaciones im Basler Münster verspricht ein außergewöhnliches Klangerlebnis. Entstanden ist das Auftragswerk nach einer schweren Krankheit des Komponisten.

Als «Konzert gegen die Violine» und «unspielbar» verurteilte die Musikkritik seinerzeit Brahms’ Violinkonzert. Inzwischen gehört es zum Standardrepertoire aller großen Geiger. Brahms selbst verstand sich tatsächlich kaum auf das Geigenspiel. Aus seinem Sommerurlaub in Pörtschach am Wörthersee suchte er sich deshalb auf dem Postweg Rat
bei seinem guten Freund, dem Geigenvirtuosen Joseph Joachim. Ganz anders stand es hingegen um die Publikumswirkung von Anton Bruckners Messe Nr. 3.
 Sie hatte bei ihrer Uraufführung 1872 einen beachtlichen Erfolg. Bruckner selbst war in der Wiener Augustinerkirche für den überforderten Dirigenten eingesprungen. Seine letzte Messe soll den frommen Komponisten außerdem von einer psychischen Erkrankung geheilt haben, obschon ihm von ärztlicher Seite ein striktes Kompositionsverbot verordnet worden war. Bruckner selbst bemerkte:
«I hab müß’n! Das Arbeiten hat ma besser than als das Faulenzen.» 


Donnerstag, 28. September 19:30
Basler Münster
Bruckner+ Halffter und Brahms

Do 26.10.17
Scène d'amour

Sinfonieorchester Basel
Katarina Karnéus
, Sopran
Cyrille Dubois, Tenor
Peter Rose, Bass
Balthasar-Neumann-Chor
Ivor Bolton
, Leitung


Hector Berlioz: Roméo et Juliette, op. 17


18.30 Uhr Konzerteinführung im Foyer des Theater Basel


«Mein Leben ist ein Roman,
 der mich sehr interessiert», soll Hector Berlioz einmal einem Freund gegenüber geäußert haben. Mit 45 Jahren begann er mit der Niederschrift seiner Autobiografie. Er verheimlicht dort weder Liebschaften noch Suizid-Versuche und schildert ein bewegtes Leben zwischen Genie und Wahnsinn. Berlioz beschreibt unter anderem auch, wie er erstmals eine Aufführung von William Shakespeares Drama Romeo and Juliet in Paris besuchte. Glaubt man seinen Tagebucheintragungen, erschütterte ihn das Schauspiel dermaßen, dass er während der Vorstellung
fast die Besinnung verlor. Kurze Zeit später verarbeitete er dieses Theatererlebnis in seiner Chorsinfonie Roméo et Juliette. Wie im antiken Drama berichtet der Chor über das Geschehene, während die Dialoge zwischen Roméo und Juliette rein instrumental dargestellt werden. Gefragt nach dem Lieblingsstück unter seinen Kompositionen bekannte Berlioz im Übrigen, dass ihm am besten das Adagio – also die Scène d’amour – aus Roméo et Juliette gefalle. 


Donnerstag, 26. Oktober 19:30
Theater Basel, Grosse Bühne
Scène d'amour

Do 23.11.17
1001 Nacht

Sinfonieorchester Basel
Javier Perianes, Klavier
Michał Nesterowicz, Leitung


Stanisław Moniuszko: Ouvertüre zu Bajka (Das Märchen)
Camille Saint-Saëns: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 5 F-Dur, op. 103
Nikolai Rimski-Korsakow: Scheherazade, op. 35 (Sinfonische Suite aus Tausend und eine Nacht)


18.30 Uhr Konzerteinführung im Foyer des Theater Basel


Der Orient war nicht nur verschiedenen Dichtern und Schriftstellern Quelle der Inspiration, auch europäische Komponisten ließen sich von der Exotik der fernen Länder anregen. Im Konzert für Klavier und Orchester von Camille Saint-Saëns, das in Luxor entstanden ist und den Beinamen Ägyptisches trägt, kann man deutlich orientalische und fernöstliche Klänge erkennen. Der französische Komponist war bis in seine späten Jahre stets auf Reisen und verarbeitete die dabei entstandenen Eindrücke in seinen Kompositionen. Eine weitverbreitete Begeisterung für das Orientalische zeigt sich auch im Russland des 19. Jahrhunderts. Unter diesem Einfluss entstand die sinfonische Dichtung Scheherazade von Nikolai Rimski-Korsakow. Vertont wurde dabei das Märchen von der Prinzessin Scheherazade, der es durch das Erzählen von Geschichten gelang, ihren Ehemann, den tyrannischen Sultan, zu besänftigen. In die Welt der Märchen führt auch Stanisław Moniuszkos Ouvertüre zu Bajka (Das Märchen). An welches Märchen Moniuszko dachte, entzieht sich bis heute unserer Kenntnis. Einen kleinen Hinweis gibt es jedoch: Wir befinden uns im Winter. Alles andere bleibt Ihrer Fantasie überlassen. 


Donnerstag, 23. November 19:30
Theater Basel, Grosse Bühne
1001 Nacht

Do 19.04.18
Bruckner+ Haas

Sinfonieorchester Basel
Mike Svoboda
, Posaune
Michał Nesterowicz, Leitung


Georg Friedrich Haas: Konzert für Posaune und Orchester (Kompositionsauftrag mit freundlicher Unterstützung der Ernst von Siemens Musikstifung, Schweizer Erstaufführung)
Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 4 Es-Dur, WAB 104, Romantische


18.30 Uhr Konzerteinführung in der Allgemeinen Lesegesellschaft


Georg Friedrich Haas, der sich von Wien aus international an Konzert- und Opernhäusern mit einer fragilen wie klangsinnlichen Musik etabliert hat, schrieb für den Solisten Mike Svoboda ein Posaunenkonzert. Svoboda und Haas begegneten sich erstmals in der Musik-Akademie Basel. Seitdem arbeiten sie immer wieder zusammen. Das Posaunenkonzert entstand allerdings in Eigenregie des Komponisten und hinterfragt den gewohnten Aufbau eines Solokonzerts. So übernimmt die Solo-Posaune zwar eine tragende Rolle, nach virtuosen Passagen sucht man jedoch vergebens. Einerseits fasziniert und inspiriert von Svobodas Spiel, ließ Haas außerdem die Erinnerung an einen der Auftraggeber, den verstorbenen Armin Köhler, in das Werk einfließen. Köhler war langjähriger Intendant
der Donaueschinger Musiktage und ebenfalls Posaunist.

Als die Romantische bezeichnete Anton Bruckner seine bis heute beliebteste Sinfonie. Untermalt von programmatischen Ausführungen wie ‹Gesang der Kohlmeise›, ‹Lied› oder ‹Jagd›, wurde die Vierte aber vor allem in ihrer vereinfachten Zweitfassung bekannt und beliebt. Diese brachte Bruckner zudem den lange verwehrten Erfolg als Sinfoniker ein. Die Fassungsvielfalt zieht sich bekanntermaßen wie ein roter Faden durch Bruckners Schaffen. Den Erstversuch stellte der Komponist bereits im Jahr 1874 in finanziellem Notstand fertig. Als zu sperrig und anspruchsvoll von den zeitgenössischen Orchestern abgelehnt, wurde die Ursprungsfassung erst rund hundert Jahre später in Linz uraufgeführt. Und bei einer Überarbeitung sollte es nicht bleiben, denn Bruckner fertigte 1881 noch eine Drittfassung an. 


Donnerstag, 19. April 19:30
Basler Münster
Bruckner+ Haas

Do 17.05.18
Alpensinfonie

Sinfonieorchester Basel
Midori
, Violine
Hans Drewanz, Leitung


Peter Eötvös: DoReMi, Konzert für Violine und Orchester Nr. 2
Richard Strauss: Eine Alpensinfonie, op. 64, TrV 233


18.30 Uhr Konzerteinführung im Foyer des Musical Theater Basel


Ob Vivaldis Vier Jahreszeiten oder Beethovens Pastorale, die Darstellung von Naturphänomenen hat Komponisten in der Musik schon immer gereizt. So auch Richard Strauss. Dieser unternimmt als Fünfzehnjähriger eine Wanderung in den Bayrischen Voralpen. Bereits in der Nacht zieht er los, um den Sonnenaufgang auf einem der Gipfel erleben zu können. Beim Abstieg gerät er jedoch in ein Gewitter und erreicht erst am Abend einen Bauernhof, in dem er übernachten kann. An einen Freund schreibt er: «Die Partie war bis zum höchsten Grade interessant, apart u. originell. Am nächsten Tage habe ich die ganze Partie auf dem Klavier dargestellt. Natürlich riesige Tonmalereien u. Schmarrn (nach Wagner). » Zunächst plante Strauss ein viersätziges Werk mit dem Titel
Der Antichrist, eine Alpensinfonie. Der Antichrist bezieht sich auf die gleichnamige Schrift des Basler Professors Friedrich Nietzsche, in der es heißt: «Man muss geübt sein, auf Bergen zu leben – das erbärmliche Zeitgeschwätz von Politik und Völker-Selbstsucht unter sich zu sehen.»

Für die Naturdarstellung nutzt Strauss eine große Orchesterbesetzung, die ein Fernorchester und eine raffnierte Instrumentation einschließt: Auch Kuhglocken, Windmaschine und Donnerblech kommen zum Einsatz.

Ums Wandern geht es im weitesten Sinne auch im Konzert für Violine und Orchester Nr. 2, DoReMi, das Péter Eötvös der Geigerin Midori gewidmet hat. Die bekannten Solmisationssilben Do, Re und Mi stellen für den ungarischen Komponisten nicht nur ein Wortspiel mit dem Namen der Solistin dar, sondern auch die musikalische Unterscheidung zwischen West und Ost. Westeuropäische Melodien enden in der Regel auf Do, während ost- europäische auf Mi enden. Eötvös komponierte ein Stück, dass sich zwischen diesen beiden Sphären bewegt. 


Donnerstag, 17. Mai 19:30
Musical Theater Basel
Alpensinfonie

Do 07.06.18
Nachtigall

Sinfonieorchester Basel
Antoine Lederlin, Violoncello
Bertrand Chamayou, Klavier
Ivor Bolton, Leitung


Gabriel Fauré: Prélude zu Pénélope
Robert Schuman: Konzert für Klavier und Orchester a-Moll, op. 54
Igor Strawinsky: Chant funèbre (Trauerlied)
Gabriel Fauré: Elégie, op. 24
Igor Strawinsky: Le Chant du Rossignol (Der Gesang der Nachtigall)


18.30 Uhr Konzerteinführung im Foyer des Theater Basel


Zu Beginn des 20. Jahrhunderts sorgten im Théâtre des Champs- Élysées in Paris die Ballets Russes mit ihren neuen musikalischen und tänzerischen Ausdrucksformen sowie ihrem Hang zu archaischen und exotischen Sujets für manchen Skandal. 
Igor Strawinsky komponierte
für sie nicht nur sein berühmtberüchtigtes Le Sacre du Printemps. Über die Uraufführung der kurzen Oper Le Chant du Rossignol (1914) nach dem gleichnamigen Märchen von Hans Christian Andersen bemerkte er allerdings: «Die Premiere war nur insofern kein Erfolg, als sie keinen Skandal hervorrief.»

Fast zur selben Zeit stand auch Gabriel Faurés Oper Pénélope auf dem Spielplan des Théâtre des Champs-Élysées. Fauré vertonte die letzten Gesänge von Homers Odyssee in einer Musiksprache, die ihren Platz zwischen Wagner, Debussy und Ravel findet. Nach zwanzigjähriger Abwesenheit kommen Ulysse und Pénélope endlich zusammen.

Auch das Märchen von der Nachtigall nimmt ein glückliches Ende. Obwohl der chinesische Kaiser die Schönheit und Kraft des natürlichen Gesangs verkennt, rettet ihn die Nachtigall mit ihren Liedern in letzter Minute vor dem Tod. Übrigens: Fauré galt unter seinen Zeitgenossen als der französische Robert Schumann. Dieses Urteil bezog sich nicht nur auf seine Kompositionen, sondern vor allem auf seine Interpretationen von Schumanns Klaviermusik. Aus aktuellem Anlass wird noch ein zweites bislang unbekanntes Werk seine Basler Erstaufführung erleben. 2016 wurde das Totenlied, das Strawinsky in Gedenken an seinen Lehrer Rimski-Korsakow geschrieben hat, in St. Petersburg wiederentdeckt. 


Donnerstag, 07. Juni 19:30
Theater Basel, Grosse Bühne
Nachtigall




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Theater Basel Theater Basel
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